Montag, August 20

WhatsApp: legal, illegal, egal?

Gerade erst löste WhatsApp für Business-Kunden echte Glücksgefühle aus, schon steht die nächste Hiobsbotschaft im Raum. Wer WhatsApp nutzt, handelt quasi illegal. Zumindest, wenn man sich an Datenschutzgesetze hält.

Das Problem
WhatsApp hat einen US-amerikanischen Ursprung. Das bedeutet, dass auch die Server, über die die unzähligen Chats ihren Weg von Sender zu Empfänger nehmen, in den USA stehen. Das an sich mag man noch als nicht so wichtig ansehen. Aber: Personenbezogene Daten unterliegen dem deutschen und bald EU-weit gültigen Datenschutz. Wer WhatsApp installiert, gestattet dem Anbieter jedoch den Zugriff auf das eigene Adressbuch. Zack, ist der Datenschutz gebrochen.

Im Geschäftumfeld wird’s brenzlig
Wenn Sie als Autohaus WhatsApp nutzen, um zum Beispiel Informationen an Ihre Kunden zu versenden, geben Sie dem Betreiber Daten an die Hand, die ihn nichts angehen. Telefonnummern, Namen, sogar IP-Adressen und die Interessen Ihres Kunden landen in nicht berechtigten Händen. Das ist zumindest brenzlig, denn keiner weiß genau, was WhatsApp mit diesen Daten tut, wie lange sie gespeichert werden, wie sicher die Verschlüsselung der Datenübertragung ist etc.

Datenschutz bei WhatsApp Business
Beim Business-Angebot von WhatsApp soll wohl bereits etwas in Mache sein, um Kunden bei Inkrafttreten der EU-DSGVO am 25. Mai 2018 Sicherheit zu bieten. So können Nutzer einsehen, welche Daten gespeichert sind. Fordert er diesen Report an, wird er automatisch gelöscht – ebenso wie der Report nach 30 Tagen.

Aus Sicht des Nutzers ist das allerdings suboptimal: Nicht jeder, der wissen möchte, was ein Unternehmen über ihn speichert, möchte sofort „vergessen werden“. Vor allem, da sich Kunden immer mehr mobile Services wünschen! Da das Angebot von WhatsApp Business aber noch recht neu ist, kann hier noch viel passieren.

Bis dahin gilt: Aufmerksam sein, aufmerksam bleiben!