Sonntag, September 23

Daten auf Facebook: Sie haften mit!

Der EuGH hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: Unternehmen, die auf Facebook eine Seite betreiben, haften im Falle eines Datenmissbrauchs mit. User können direkt vor Gericht ziehen und klagen nicht mehr nur gegen Facebook, sondern auch gehen Inhaber einer Unternehmensseite. Was nun?

Der erste Impuls: Sofort Facebook-Präsenz aufgeben, Seite schließen, von möglichem Ärger fernhalten. Das ist zwar nachvollziehbar, sollte aber dennoch nochmal überdacht werden. Denn noch hat Facebook nicht reagiert – und nachdem diejenigen, die Unternehmensseiten haben, auch potenzielle Anzeigenkunden sind, wäre es grob fahrlässig vom sozialen Netzwerk, für das neu entstandene Problem keine Lösung zu finden.

Vorteile vs. Gefahren

Zudem hat Facebook nach wie vor unglaublich viele Vorteile in Hinblick auf die Kommunikation mit bestehenden, aber auch mit potenziellen Kunden. Nicht nur, dass hier gezielt Botschaften verteilt werden können. Viele Nutzer recherchieren hier auch das erste Mal nach Anbietern, schauen zuerst nach Bewertungen oder nach Aktionen auf Facebook, bevor sie den gang ins Autohaus antreten. Diese Quelle nun einfach abschalten?!

Geduld als Gebot der Stunde

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Daher heißt es auch an dieser Stelle erstmal Geduld. Ganz ohne Aktion geht es aber dennoch nicht. Wer eine Seite betreibt, sollte auf diese auch in den eigenen Datenschutzerklärung hinweisen und auf die AGB des jeweiligen Anbieters (Facebook, Instagram, YouTube – die Möglichkeiten sind ja nahezu unerschöpflich) verweisen.

Vorher aber ist es bestimmt ratsam, seinen juristischen Beistand zu befragen. Denn dank DSGVO und der aktuellen Datenschutzwelle sollte er eigentlich up-to-date sein und genau wissen, welche Schritte nun zu gehen sind.